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Fahrrad Gangschaltung

Hier erfahren Sie alles, was Sie schon grundlegend über Ihre Gangschaltung wissen wollten, aber vielleicht haben Sie sich bisher nicht getraut, diese Fragen zu stellen. Aber: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten! Wir beantworten Ihre Fragen rund um die Gangschaltung!

Wozu braucht man eine Gangschaltung?

Mit einer Fahrrad Gangschaltung können Sie bequem die Gänge Ihres Fahrrads wechseln und damit die Übersetzung den momentanen Verhältnissen anpassen. Für eine gerade, ebene Strecke bevorzugen Sie eine hohe Übersetzung, um eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen und ohne viel Treten auch halten zu können. Sobald Sie jedoch eine Steigung hinauf fahren wollen, ist Ihnen eine niedrigere Übersetzung lieber. Geschwindigkeit tritt nun in den Hintergrund, Ihnen ist nun wichtiger, mit niedrigem Kraftaufwand den Berg hinauf zu kommen, ohne dabei vom Fahrrad absteigen zu müssen, um das Fahrrad zu schieben. Das könnte zum Beispiel schnell der Fall sein, wenn Sie ein Fahrrad mit nur einem Gang hätten. Mit einer niedrigen Übersetzung lassen sich die Pedalen leichter durchtreten, jedoch erreichen Sie keine Spitzengeschwindigkeit.  Fahren Sie den Berg schließlich hinunter, möchten Sie natürlich den Schwung und den Fall möglichst gut nutzen, indem Sie ebenfalls Gas geben. Jetzt müssen Sie natürlich eine höhere Übersetzung, einen höheren Gang wählen, um nichts ins Leere zu treten.

Was ist die perfekte Tretgeschwindigkeit?

Jeder Fahrrad Fahrer muss seine passende Tretgeschwindigkeit finden, was weitgehend auch von seiner Kondition abhängt. Im Prinzip geht es darum, dass jeder beim Fahrrad fahren seinen eigenen Rhythmus finden muss.  Der Rhythmus wird dabei bestimmt, welche Kraft man auf längere Zeit konstant einsetzen kann, um einen bestimmten Pedalwiderstand zu überwinden. Vor allem auf Fahrrad Touren ist es wichtig, dass man für sich den richtigen Rhythmus findet. Der Pedalwiderstand kann sich aber schlagartig ändern: Man bremst wegen eines plötzlichen Hindernisses ab, ein starker Gegenwind, es taucht eine Steigung auf oder es geht schlagartig einen Abhang hinunter. Mit einer Gangschaltung kann man einfach den Gang wechseln, so dass der Pedalwiderstand sich ändert und man seine Tretgeschwindigkeit beibehalten kann, ohne dass es zu sehr anstrengt.

Was bezeichnet man als Übersetzung?

Die Übersetzung ist eine Zahl, die angibt, wie oft das Hinterrad bei einer Kurbelbewegung vorne gedreht wird. Dabei berechnet man das Verhältnis der Zähne des Kettenblattes zur Anzahl der Zähne der Ritzel angibt. Zwei Beispiele: Beispiel 1: Das vordere Kettenblatt hat 48 Zähne. Dabei wird eine Ritzel mit 12 Zähne angetrieben. Die Anzahl der Zähne des Kettenblatts bringen wir nun ins Verhältnis zur Anzahl der Zähne der Ritzel gebracht, also man teilt 48 durch 12, das Ergebnis ist 4. Das heißt, bei einer vollständig Drehung der Kurbel vorne dreht sich das Hinterrad viermal um die eigene Achse. Man spricht jetzt von einer hohen Umdrehung. Beispiel 2: Das vordere Kettenblatt ist nun kleiner, es hat nur 36 Zähne, die Ritzel hinten bleibt mit 12 Zähnen gleich. Die Übersetzung ist nun 3, also wesentlich geringer. Man spricht nun von einer niedrigeren Übersetzung.

Welche Übersetzung brauche ich?

Machen Sie einmal zwei Versuche: Zuerst schalten Sie mit Ihrem Fahrrad in den höchsten Gang. Bringen Sie Ihr Fahrrad zum Stehen. Fahren Sie nun erneut mit dem höchst eingelegten Gang los. Sie merken, Sie müssen richtig in die Pedalen treten, um überhaupt etwas an voran zu kommen. Wie eine schwere Dampflok treten Sie los, aber allmählich, mit jeder Sekunde, die vergeht, nimmt der Widerstand in den Pedalen ab und Sie gewinnen immer mehr an Geschwindigkeit. Nun kommt der zweite Versuch. Schalten Sie nun in den niedrigsten Gang und halten Sie erneut an. Treten Sie nun in die Pedale. Merken Sie im Vergleich zu vorhin, wie schnell Sie beschleunigen? Vielleicht mussten Sie sogar Ihr Gewicht nach vorne verlagern, da bei einer solchen Beschleunigung das Vorderrad abhob. Aber was Sie auch merken: die Höchstgeschwindigkeit ist mit dem niedrigsten Gang schnell erreicht, Sie strampeln sich regelrecht ab.

Was uns dieser Versuch lehrt? Bei einer höheren Übersetzung ist der Widerstand beim Treten größer, man braucht sehr viel Kraft, letztendlich erzielt man jedoch damit eine hohe Geschwindigkeit. Bei einer niedrigeren Übersetzung ist der Widerstand sehr gering, ebenfalls die Beanspruchung der Muskeln, aber man erreicht aber nur ein niedriges Tempo. Ist der Widerstand zu groß, sprich, hat man einen zu hohen Gang eingelegt, und bleibt dieser Widerstand konstant, dann muss man sich sehr anstrengen, um die eigene Tretgeschwindigkeit halten zu können. Um Kräfte zu sparen und um sogar einen Muskelkater und langfristig sogar Knie- und Hüftbeschwerden zu vermeiden, ist nur empfehlenswert, einen Gang zurück zu schalten, um den Widerstand der Pedalen zu verringern. Das andere Extrem ist ein zu niedrig eingelegter Gang: Zwar kann man damit sehr beschleunigen, aber wenn man in einem zu niedrigen Gang bleibt, strampelt man sich ab, um eine höhere Geschwindigkeit halten zu können. Ermüdungserscheinung ist ebenfalls die Folge.

Eine zu hohe Übersetzung – ein Anfängerfehler!

Das perfekte Fahrrad hat mehrere Gänge, womit Sie die Tretgeschwindigkeit konstant halten  können. Sie sollten die Gänge immer so wählen, dass sich Ihre Beine stets gleichmäßig bewegen und die Pedalen treten, ohne dass sie einen Unterschied wegen veränderter Umstände wie einen Berganstieg merken. Vor allem Anfänger wählen häufig eine zu hohe Übersetzung, wodurch sie sich zu sehr abmühen. Sie begehen damit den Denkfehler, dass es besser für die Fitness wäre, wenn sie dadurch stärker in die Pedalen treten müssen. Dabei täuschen sie sich jedoch gewaltig. Eine solche Übung käme dem Krafttraining gleich, wodurch man Muskeln aufbauen möchte. Bei solchem Training geht es jedoch rein darum, ein möglich hohes Gewicht kurzzeitig stemmen zu können. Von Ausdauer kann nicht die Rede sein. Beim Fahrrad fahren kommt es jedoch auf Kondition, sprich auf Ausdauer darauf an. Deswegen sollte man seine Muskeln so trainieren, dass sie für sich wiederholende Tätigkeiten ausgelegt sind. Eine gute Übung dafür ist das Schwimmen und auch Spinning.

Wie funktioniert eine Kettenschaltung?

Bei einem Fahrrad mit Kettenschaltung ist die Schaltung in den einzelnen Gängen wie folgt möglich: Am unteren Ende des Stützrohrers ist die Tretkurbel der Pedalen in einem Innenlager mit den Kettenblättern verbunden. Tritt man in die Pedalen, drehen sich die Kettenblätter mit. Diese Drehbewegung der Kettenblätter wird über eine Kette auf die hinteren Kettenblätter, dem Ritzelpaket, übertragen, die mit der Nabe des Hinterrades eine Einheit bilden. Die Anzahl der Gänge lässt sich durch die Anzahl der jeweiligen Ritzel und Kettenblätter ermitteln. Hat das Fahrrad vorne drei Kettenblätter und hinten sieben Ritzel, so hat das Fahrrad 21 Gänge. Zur Gangschaltung gehören natürlich auch die dazu gehörigen Schalthebel, die sich rechts und links an den Griffen des Fahrradlenkers befinden. Durch den Schalthebel, der meistens am Fahrradlenker links ist, wird der sogenannte Umwerfer betätigt. Der Umwerfer führt die Ketten vorne seitwärts auf ein anderes Kettenblatt. Der andere Schalthebel ist dafür zuständig, dass die Kette am Ritzelpaket in die richtige Ritzel gefördert wird. Dafür sind die Schalträdchen des Schaltwerks zuständig. Da sich durch das Wechseln der Gänge auch die erforderliche Länge der Kette ändert, sorgen Federn im Schaltwerk, dass die Kette nach dem Schalten auch wieder neu gespannt ist.

Wie schaltet man richtig?

Die Position der Kette kann sich nur ändern, wenn sich die Kette nach vorne bewegt. Für einen erfolgreichen Schaltvorgang muss man daher immer nach vorne treten, nie nach hinten! Die Kraftübertragung erfolgt beim Kettenblatt oben, also beginnt genau dort, wo die Kettenglieder auf die Zähne des Kettenblattes treffen. Damit die Kette ohne Probleme auf ein anderes Kettenblatt umgeworfen werden kann, sollte die Kette nicht gerade hohen Belastungen ausgesetzt sein. Am besten ist, man löst kurz die Spannung auf der Kette, indem man beim Schalten weniger Druck auf die Pedalen auslöst, bis der Umwerfer geschmeidig die Kette in ein anderes Kettenblatt gefördert hat. Selbst wenn das Schaltwerk am Hinterrad auch unter Belastung arbeitet, wirkt sich dieselbe Vorgehensweise nur materialschonend aus.

Was für Gangschaltungen gibt es sonst noch?

Außer der Kettenschaltung gibt es noch den Antrieb über die Nabenschaltung. Die Schaltung der Gänge erfolgt hier nicht über Ritzel, sondern über einen Schaltmechanismus, der in der Nabe des Hinterrades eingebaut ist. Da das Getriebe geschlossen ist, ist es weniger anfällig durch Witterungen und ist wesentlich geringer Verschmutzungen ausgesetzt. Von daher bedürfen Nabenschaltungen weniger Aufwands an Wartung. Nabenschaltungen sind dafür bekannt, dass sie sehr robust und zuverlässig sind. Der Aufbau des in der Nabe sitzenden Planetengetriebes ist äußerst kompliziert.


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Ein Kommentar zu “Fahrrad Gangschaltung”

Martin Dietrich meint:

Hätten Sie vielleicht noch einen genaueren Absatz für eine gute Schalttechnik? Ich bin nämlich wirklich blutigster Anfänger mit einem gebrauchten 21 Gang Fahrrad und ich habe mich einer routinierten Seniorengruppe angeschlossen, aber bei Berg und Talfahrten tue ich mir so schwer (es liegt nicht an der Kondition, da ich wöchentlich 3 Mal á 60 Minuten zum joggen gehe) und meine Gruppe ruft mir immer zu, daß ich falsch schalte. Aber niemand kann mir definitiv einen guten Tipp geben. Ich würde sogar einen Schaltkurs irgenwo belegen. Vielleicht können Sie mir weiter helfen. Ich bin übrigens 68 Jahre alt.
Vielen Dank im Vorraus und viele Grüsse
Ihr Martin Dietrich

Kommentar von tomsbikecorner.de
Das richtige Schalten ist für Anfänger wirklich nicht so einfach. Normalerweise sagt man das die Umdrehungen der Kurbel idealerweise zwischen 80 und 100 Umdrehungen pro Minute (auch Trittfrequenz genannt) liegen sollen. Wenn es Bergauf geht, sollte schon vor der Einfahrt in den Berg der passenden Gang eingelegt werden (in der Regel bei Zweifach Kurbeln das kleinste Kettenblatt vorne und eine mittleres Ritzel hinten). Wenn Sie zu spät schalten, ist der Schwung aus der Ebene weg und das Schalten klappt nicht mehr (sie brauchen ca. 2 schwungvolle Umdrehungen mit der Kurbel bis ein Gangwechsel endgültig vollzogen ist).
Beim Übergang zur Bergabfahrt verhält es sich genau anders herum. Sobald die Spitze es Berges erreicht wird, schaltet man auf einen höheren Gang (normalerweise großes Kettenblatt vorne, mittleres Ritzel hinten) und kann mit Tempo die Abfahrt starten. Ich hoffe diese Kurzeinführung hilft Ihnen weiter.



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