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Radfahren im Winter

Enthusiastische Fahrradfahrer kann nichts im Wege stehen und aufhalten –  nicht einmal das Eis, die Minusgrade, die Kälte, der Schnee (Schneematsch) und die Nässe in den kalten Wintermonaten.  Wieder andere können diese Begeisterung mit ihnen nicht teilen, sind aber auch im Winter auf  ihr Fahrrad angewiesen, um Einkäufe zu erledigen, in die Schule, zur Arbeit oder  zum Bahnhof zu kommen.

Gabi Hamann / pixelio.de

Tatsache ist, dass man selbst im Winter auf das Radfahren nicht verzichten muss, nein, sogar im Winter ist man vor allem in der Stadt schneller unterwegs und gelangt eher an das Ziel als mit den anderen Verkehrsmittel, trotz winterlichen Straßenverhältnissen.

Dass das Radfahren im Winter (sowie bei Minusgraden, Kälte, Schnee und Eis) natürlich eine größere Herausforderung ist als im Sommer, versteht sich von selbst, allein schon die Überwindung, das Fahrrad überhaupt bei Kälte aus der Garage zu holen, statt die wenigen Kilometer mit dem Auto zu fahren. Aber Sie werden sich viel gesünder und glücklicher fühlen, wenn Sie durch das Radfahren im Winter etwas für Ihren Körper tun.

Was wir aber nicht wolllen, dass Sie durch die Tücken des Winters auf Glatteis geführt werden und sich durch unvorsichtiges Verhalten verletzen. Deswegen wollen wir hier zeigen, was Sie beim Radfahren im Winter unbedingt beachten sollten, damit Sie gesund und sicher an Ihr Ziel kommen:

1. Beleuchtung des Fahrrads

Eine gut funktionierende Fahrradbeleuchtung ist das A und O im Straßenverkehr mit winterlichen Verhältnissen. Auch wenn es noch gar nicht dämmert, ist es ratsam, das Licht immer einzuschalten, damit andere Verkehrsteilnehmer, allen voran die Autofahrer, selbst bei dichten Schneetreiben und mit beschlagenen Scheiben Sie rechtzeitig wahrnehmen können. Dafür sind die passiven Leuchtelemente wie Reflektoren – die sowieso gesetzlich vorgeschrieben sind – genauso von Bedeutung.

Erfahrungsgemäß setzten Seitenläufer Dynamos bei Nässe schnell aus, deswegen disqualifizieren diese sich selbst für das Radfahren im Winter. Dagegen haben sich Nabendynamos absolut bewährt, zudem sie geräuschlos und ohne Widerstand laufen. Da kann es draußen noch so nass sein, Nabendynamos arbeiten absolut zuverässig! Mittlerweile bieten auch viele Fahrräder mit Nabendynamo eine Standlichtautomatik an. So sind Sie als Fahrradfahrer an einer roten Ampel immer noch von den Autofahrern gut zu erkennen.

Für Radfahrer mit Seitenläufer Dynamos empfiehlt es sich dringend, dass sie zumindest in den Wintermonaten zusätzlich am Fahrrad eine batteriebetriebene Beleuchtungsanlage montieren, um Lichtausfälle wegen Nässe vorzubeugen.

2. Die richtige Bekleidung für das Radfahren!

Auch die richtige Fahrradbekleidung kann viel ausmachen, dass man von den anderen Verkehrsteilnehmer frühzeitig gesehen wird. Machen Sie sich sichtbar, indem Sie auf helle Farbtöne setzen, ja, haben Sie sogar den Mut zu grellen Farben! Legen Sie sich reflektierende Bänder zu, die Sie sich zum Beispiel um die Füße binden können! Besonders im Winter sinnvoll sind die Fahrradjacken, in denen ganz unscheinbar reflektierende Elemente mit eingenäht sind.

Eine wichtige Grundregel für die richtige Bekleidung im Winter ist dem Aufbau der Zwiebel abgeleitet: Im Winter schützen und wärmen mehrere dünne Schichten besser als nur eine dicke Schicht.

Damit Sie sich beim Radfahren im Winter wohlfühlen und sich keine Erkältung einfangen, müssen Sie einerseits den Körper warm halten – allem voran die Brust – , aber andererseits auch für die richtige Wärme- und Feuchtigkeitsabfuhr sorgen, damit Sie nicht zu sehr ins Schwitzen kommen.

2.1 Das Zwiebelprinzip bei Fahrradbekleidung

1. Funktionsunterwäsche
Speziell für die kalten Wintermonate gibt es Funktionsunterwäsche, die atmungsaktiv sind und daher die Feuchtigkeit vom Körper weg nach außen bringen.  Auf Grund der feinen Struktur dieser Funktionsunterwäsche werden Sie im Vergleich zu herkömmlichen Shirts eine bessere Transpiration und ein angenehmeres Körperklima erlangen.

2. Eigentliche Körperbekleidung
Dies ist die Schicht, die die Körpertemperatur aufrecht erhält und somit verhindert, dass Ihr Körper auskühlt. Von dieser Schicht hängt hauptsächlich Ihr Wohlbefinden ab. Um die von der Funktionsunterwäsche abgeleitete Feuchtigkeit weiter nach außen zu transportieren, muss diese Schicht ebenfalls atmungsaktiv sein. Bekleidung aus Vlies erfüllen genau diese Voraussetzung.

Als Schutz für die Beine empfehlen wir Ihnen für den Winter Radhosen mit spezieller Thermofunktion. Deren spezielles Gewebe lassen keinen Zugwind und Kälte durch und halten somit auch die Beine warm. Zusätzlich gibt es für die Beine noch sogenannte Beinlinge sowie Armlinge für die Arme.

3. Oberbekleidung
Diese Bekleidungsschicht schützt Ihren Körper vor Wind und Nässe. Hier mag selbst im Winter eine dünne Fahrradjacke, die durch die Windstopper Funktion wind- und wasserabweisend ist, schon ausreichen. Dicke Winterjacken würden die Feuchtigkeitsabfuhr nur verhindern. Empfehlenswert sind daher dünnen Fahrradjacken aus modernen Softshell Materialien und Mikrofasern, da sie ebenfalls atmungsaktiv sind.

4. Regenbekleidung
Zwar wehrt die oben genannte Oberbekleidung auch Nässe ab, jedoch ist sie auch kein absoluter Schutz gegen stärkere Niederschläge. Um selbst bei (Schnee-) Regen noch einigermaßen trocken zu bleiben, empfiehlt sich bei regnerischen Wetterverhältnissen als vierte Schicht eine Regenbekleidung wie eine Regenhose und eine leichte Regenjacke mit Kapuze. Das Tragen der Kapuze sollte jedoch nicht Ihren Sichtwinkel stark beeinträchtigen.

Mit diesen Schichten schützen Sie nun vor allem den Oberkörper vor dem Auskühlen.

2.2 Weitere schützenswerte Körperteile beim Radfahren im Winter

1. Kopf
Zu keiner anderen Jahreszeit können Sie so schnell und unvorhergesehen stürzen wie im Winter. Da können Sie noch so ein guter Fahrradfahrer sein, plötzlich gefrorene Nässe an Brücken oder Unterführungen, festgefahrener Schnee oder Glatteis unter einer dünnen, neuen Schneedecke bringen selbst die besten Radfahrer zum Stürzen. Selbst wenn wir eh schon das Tragen eines Fahrradhelms als Selbstverständlich ansehen, so wollen wir dessen Notwendigkeit vor allem in den Wintermonaten um so mehr betonen. Halten Sie Ihren Kopf und besonders die Ohren durch eine dünne Thermomütze, die Sie unter Ihrem Helm tragen, oder einem Stirnband warm! Eine beliebte Alternative sind auch Sturmhauben.

2. Hände
Generell halten Fäustlinge die Finger besser warm als Fingerhandschuhe. Jedoch mögen diese für die meisten Fahrradfahrer als unpraktisch gelten. Fingerhandschuhe sind da schon sehr viel praktischer, allerdings frieren die Finger damit schneller ein. Um beide Vorzüge zu vereinen, gibt es für das Radfahren im Winter spezielle Fahrradhandschuhe, die die Nässe nicht durchlassen, die Finger warm halten und den Finger immer noch Bewegungsfreiheit zum Bremsen und Schalten lassen.

3. Füße
Um gegen kalte Füße beim Radfahren anzukämpfen, entscheiden sich viele Radfahrer im Winter zu einem Überschuh. Entweder ziehen Sie sich ganz einfach alte, dicke Socken über oder Sie legen sich richtige Überschuhe aus Neopren zu. Manche Fahrradfahrer bevorzugen lieber Gamaschen für Fahrrad, wodurch die Füße vor Nässe verursacht durch Schneematsch geschützt werden. Eine weitere raffinierte Sache sind noch Einlegesohlen mit Heizfunktion – damit machen Sie endgültig kalte Füße beim Radfahren den Garaus!

Viele Radfahrer im Winter haben auch gute Erfahrungen mit Thermogel gemacht, eine Creme, die auf Knie, Hände, Rücken und auf weitere sensible Körperteile aufgetragen wird und ebenfalls ein effektiver Schutz gegen Nässe und Kälte ist.

3. Die richtige Bereifung – auch für Fahrräder gibt es Winterreifen!

 

Kommen wir nun zum Fahrrad selbst. Wie sollte es auch anders sein – genauso wie Winterreifen ein sicheres Fahren mit Auto ermöglichen, so sind Sie auch sicherer unterwegs, wenn Sie im Winter auf die richtige Bereifung Ihres Fahrrads achten.

Wie auch beim Auto ist ein gutes Profil der Reifen erforderlich, damit Sie einen guten Grip haben. Außerdem ist es sinnvoll, bei normalen Fahrradreifen den Druck bis auf den Mindestdruck abzulassen. Die Reifen haben damit mehr Angriffsfläche auf der verschneiten Fahrbahn.

Sind Sie im Winter viel unterwegs, dann mag sich für Sie die Investition von speziellen Winterreifen rentieren. Diese Winterreifen sind besonders pannensicher, verfügen über einen reflektierenden Leuchtring entlang dem Mantel und bieten eine erhöhte Traktion. In die Winterreifen von Continental ist zum Beispiel ein scharfkantiges Granulat mit eingearbeitet, das dem Fahrrad selbst auf Glatteis eine kontrolliertes Fahrverhalten ermöglicht. Andere Hersteller von Fahrradreifen wie Schwalbe sind bekannt für Spike Reifen, die im Straßenverkehr ganz legitim gefahren werden dürfen. Die Spikes sind dabei seitlich entlang der Laufrichtung eingearbeitet. Selbst bei guten Straßenverhältnissen kann  man ohne Probleme mit Spike Reifen fahren, man erhöht einfach den Luftdruck der Reifen, um die Auflagefläche der Reifen zu verkleinern. Einige Bastler unter den Fahrradfahrern können wir vielleicht sogar dazu anregen, sich einen Spike Reifen selber bauen.

4. Radfahren im Winter – So fahren Sie richtig!

Schlimme Stürze und damit eingehend auch Verletzungen lassen sich beim Radfahren im Winter vermeiden, wenn Sie das richtige Fahrverhalten an den Tag legen. Zum richtigen Fahrverhalten im Winter gehören folgende Punkte:

1. Fahren Sie vorausschauend!

Rechnen Sie mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer, vor allem an Einmündungen! Denken Sie bei heftigem Schneetreiben daran, dass Fußgänger beim Gehen in den Boden schauen, anstatt auf entgegen kommende Radfahrer zu achten.

2. Passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Straßenverhältnissen an!

Extreme Rutschgefahr bei Straßen aus Kopfsteinpflaster, bei Fahrbahnmarkierungen und eiserne Kanaldeckel, auf festgefahrener Schneedecke (vor allem heimtückisch, wenn frischer Schnee darauf liegt) und durch überfrierende Nässe an Brücken und anderen Erhebungen bzw. Senkungen

3. Fahren Sie so, dass Sie starkes Bremsen vermeiden!

Falls Sie Bremsen müssen, seien Sie vorsichtig mit der Dosierung der vorderen Bremse. Gebrauchen Sie vielmehr die hintere Bremse.

4. Auf Glatteis keine hektischen Manöver wie Bremsen und Lenken durchführen!

Am besten bleiben Sie ruhig und lassen Ihr Fahrrad einfach (aus-) rollen. Ist bereits Glatteis ersichtlich, steigen Sie am besten von Ihrem Rad und schieben Sie es das kurze Stück.

5. Reduzieren Sie schon vor dem Abbiegen bzw. Fahren in eine Kurve die Geschwindigkeit!

Bleiben Sie mit Ihrem Körper beim Abbiegen und bei Kurvenfahrten aufrecht, legen Sie sich nicht, wie im Sommer, in die Kurve hinein, wenn die Fahrbahn rutschig ist. Bei Kurvenfahrt lassen Sie auch am besten Ihr Fahrrad rollen, statt heftig in die Pedale zu treten. Andernfalls könnte das Hinterrad ausbrechen.

6. Stellen Sie im Winter Ihren Fahrradsattel etwas tiefer, damit Sie mit beiden Füßen schnell den Boden erreichen.

Wenn Ihr Sattel zu hoch gestellt ist, könnten Sie einen plötzlichen Sturz wegen Glatteis oder anderen oben genannten Ursachen nicht abfangen.

Ist ein vorhandener Radweg nicht geräumt und gestreut, sind Radfahrer legitim von der Benutzungspflicht befreit. Sie können daher auch die normale Fahrbahn benutzen.

Wir wünschen allen Radfahrern von Ihnen, dass sie gut und gesund durch den Winter kommen!

Ein Kommentar zu “Radfahren im Winter”

Heidemarie meint:

Guten Tag, zunächst vielen Dank für alle Beiträge. Meine Frage: Fährt sich ein Fahrrad bei Kälte grundsätzlich auch auf normaler Fahrbahn (ohne Schnee/ Eis) schwerer? Bin fit und komme sonst gut zurecht. Fahre in diesem Jahr zum ersten Mal im Winter.
Grüße aus der eiskalten Haupstadt
Heidemarie

Kommentar von tomsbikecorner.de
Normalerweise fährt es sich bei Kälte nicht schwerer, sofern sich der Untergrund nicht ändert. Der größte Feind des Radlers ist in aller Regel die Kälte und der Wind.



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